Das KZ Außenlager Raderach


 
Wieso oft in der Geschichte, ist auch das Zwangsarbeiter Lager in  Raderach eins der vielen ungeklärten Lager in Baden- Würdenberg. Schreiben die einen, es seien bis zu 2000 Gefangene in Raderach untergebracht gewesen, so behaupten die andern es sei nicht einmal sicher das überhaupt Gefangene dort gewesen sind . Nach meinen bisherigen Recherchen ist es nicht die Frage ob es das Lager gegeben hat, sondern wie lange und welchen Status das Lager letztlich hatte ! Für die Existenz eines Barackenlagers gibt es unumstößliche Beweise ebenso für die Anwesenheit von Zwangsarbeiter whrend dem Bau der Prüfstelle, allerdings dürfte hierzu einiges durcheinander gebracht worden sein !
Die Version, die den tatsächlichen Gegebenheiten am nächsten kommt, wurde im Oktober 2001 von Frau Christa Thorlander, in Ihrem Buch "Fremdarbeiter 1939 bis 1945"  veröffentlicht .
Allerdings entstand das Bild 51 in Ihrem Buch 1942 während dem Bau der Prüfstelle in Raderach .
Die Abgebildeten Baracken dienten zur Unterbringung der Bauarbeiter und des Wehrmachtspersonals.
Und wurden nach Abschluss der Bauarbeiten wieder Demontiert . An ihrer Stelle traten 12 Gemauerte Unterkunftsgebäude am Osthang des Balkenrein und drei Werkswohnungen ( Häuser ). 
 
Prominentester Insasse im Lager d" Raderach ", drfte ,wenn auch nicht lange, der aus Bremen stammende Willy Müller sein . In dem Buch " Geheime Kommandosache -Raketenrüstung in Oberschwaben " beschreibt Georg Metzler unter anderem den Bremener Kommunisten Willy Müller der am :
 
1. Mai 1944 mit einer Gruppe von ca. Häftlingen nach Raderach in das ehemalige Kriegsgefangenenlager des " Observatorium Raderach " .* Buch -Geheime Kommandosache Seite 119. Sein Aufenthalt dort endete mit der Auflösung des Lagers Anfang Oktober 1944 .
 
Willy Müller Berichtete von einer Baracke ohne Fenster die voll mit Ungeziefer gewesen sein soll, allerdings besaßen alle Gebäude die für eine Unterbringung von Häftlingen geeignet gewesen sein konnten , Fenster !
Wenn man Bilder der Luftaufklärung von 1945 mit der Baustandsbericht vom 25.11.1942 vergleicht stellt man fest das Anfang 45 das Ursprüngliche Lager aus Holzbaracken nicht mehr bestand, dafür befindet sich  nebenan eine Baracke mit den Maßen ca. 20 x 40 m , die großzügig mit einem Wassergraben umgeben ist ! Ein Raderacher Zeitzeuge berichtete 2000 von einem Pferdestall der dort bestanden haben soll. Diese Baracke ( Pferdestall ) dürfte das Lagergebäude sein in den die Zwangsarbeiter des Zerstörten Lagers " Don " untergebracht wurden .
Die Lagerinsassen aus Raderach wurden soweit bekannt ab September 1944 nach Überlingen verlegt wo  man sie dann unter unmenschlichen Bedingungen zum Stollenbau eingesetzt hat .


 * Buch -Geheime Kommandosache Seite 119

 
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Lager


Englisches Luftbild von 1945 , nicht mehr zu sehen ist das
ursprüngliche Lager aus Holzbaracken. Teilweise kann man aber
Die ausgetretenen Pfade die um die Baracken entstanden sind noch
erkennen ! Die Bombentrichter oberhalb der Kreisstraße sind
heute noch erhalten, so wie ein Teil des Wassergrabens.
Möglicherweise wurden die 12 Unterkunftsgebäude am Berg im
Zeitraum, Anfang bis ende Oktober 1944 auch für die Unterbringung
von ausgebombten Zwangsarbeiter aus Friedrichshafen genutzt .


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Zwangsarbeiterkolonne 1942 in Raderrach
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Zustand im verwilderten Bereich des Lagers.


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